Bei einem Blick in die Natur stellt man fest, dass kaum eine Fläche unbedeckt ist. Die Humusschicht ist immer von einem Teppich aus Pflanzen oder organischem Material bedeckt. Wenn diese natürliche Abdeckung durch Naturgewalten oder Menschenhände aufgerissen wird, wachsen so schnell wie möglich Wildkräuter nach, um diese offene Wunde zu schließen. Wo dieser natürliche und heilende Regenerationsprozess nicht mehr stattfindet, ist das ökologische System gestört. Wüsten und tote Flächen entstehen.

In einem Biogarten soll kein Beet und keine noch so kleine Fläche unbedeckt liegen bleiben.

Nackte Erde ist der Natur und ihren Elementen schutzlos ausgeliefert. Heißen Sonnenstrahlen trocknen sie aus. Regentropfen zerschlagen die feine Struktur der Erde und verschlämmen den Humus. Die Luftröhren der Erde verstopfen, es entsteht Atemnot.

Soweit darf es in einem Garten nicht kommen. Gärtner und Gärtnerinnen, die mit der Natur arbeiten, übernehmen das was die Natur vormacht und decken die Erde in ihren Beeten zu. Sie mulchen.

Wer mulcht empfindet die natürliche Schutzmaßnahme der Natur nach. Das birgt viele Vorteile.

Zunächst einmal erzeugt eine Mulchschicht behagliche Wärme, was die Bodenlebewesen lieben. Besonders im Winter führt das zu einer besseren Aktivität in der Humusschicht, wovon man im Frühjahr profitiert. Es bleibt aber nicht nur wärmer, sondern auch feuchter. Der Boden trocknet nicht aus und erlangt eine lockerere und krümelige Struktur. Dafür sorgen die Bodenlebewesen, die im Schutz einer Mulchschicht besonders aktiv arbeiten, weil sie hier reichlich zu Essen finden. Das bedeutet eine Vermehrung der Humusschicht. Durch die hohe Aktivität der Mikroorganismen und Kleinlebewesen wird auch viel Kohlenstoffdioxid gebildet. Die Pflanzen nehmen diesen lebensnotwendigen Stoff begierig durch ihre Spaltöffnungen auf und bilden durch ihn, zusammen mit Licht und Wasser den energiegebenden Stoff Zucker. Der Reichtum an Kohlenstoffdioxid ist einer der Gründe, warum auf gemulchten Beeten die Pflanzen so gut und üppig wachsen. Der Boden ist vor jeglichen Umwelteinflüssen geschützt, die Humusschicht kann nicht mehr zerstört werden.

Für uns als Gärtner bedeutet die Mulchschicht weniger Beikraut, weniger Hackarbeiten, da der Boden locker bleibt, viel weniger gießen und weniger düngen.

Zum Mulchen werden zerkleinerte organische Abfälle verwendet. Das kann Grasschnitt, Stroh, Laub, Blätter von Gemüse usw. sein. Wichtig ist eine nicht zu dicke Schicht, damit die Luftzirkulation noch stattfinden kann. Unter der Mulchschicht findet eine ständige Rotte statt, die Sauerstoff benötigt, damit sie nicht in Fäulnis umschlägt. Hier können Effektive Mikroorganismen gute Dienste leisten. Sie verhindern zuverlässig die Entstehung von Fäulnis und das Mulchmaterial wird schnell umgesetzt.

 

Mulchen ohne Schnecken anzulocken?

Wir mulchen am liebsten mit Rasenschnitt, da er ein sehr ausgewogenes Nährstoffverhältnis hat. Das macht ihn zu einem guten Dünger. Außerdem ist er praktisch immer verfügbar und das Nachmulchen stellt kein Problem dar. Rasenschnitt hat eigentlich keinen guten Ruf, denn er bildet auf dem Kompost, sowie auf dem Rasen, wenn man ihn liegen lässt und nicht richtig verteilt, schnell Faulstellen und als Mulchmaterial zieht er Schnecken an. Deshalb wird er oft einfach in die Grüntonne abgeschoben oder sogar wild entsorgt. Doch wer einen Garten hat, sollte davon absehen, denn Rasenschnitt ist der wohl am meisten unterschätze Bodenverbesserer, den man sich vorstellen kann und viel zu wertvoll, um ihn ungenutzt zu entsorgen. Das Problem mit den Schnecken und der Fäulnis bekommen wir in den Griff, indem wir aus dem Grasschnitt Bokashi-Gras herstellen. Das kann man sich vorstellen, wie Sauerkraut für den Boden. Es ist ein optimales Wurmfutter, wird schnell in wunderbaren Humus umgewandelt, es bildet sich keine Fäulnis und Schnecken kommen nicht einmal in die Nähe davon.

Herstellung:

Vor dem Mähen, wenn der Rasen trocken ist, wird eine EM-Alb aktiv-Verdünnung (1:1) mit Hilfe einer Rückenspritze ausgebracht.

Bokashi Gras

Dann wird der Rasen gemäht und das Gras aus dem Grasfangkorb in einer Tonne, einem Plastiksack oder ähnlichem gut verdichtet (pressen) und luftdicht verschlossen.  Nach drei bis sechs Wochen ist das Bokashi-Gras fertig. Es riecht süß-sauer und würzig und hat eine goldbraune Farbe.

Bokashi Gras
Mulch

Wer möchte, kann es auch länger lagern, denn wenn es einmal komplett durchfermentiert ist, hält es sich sogar über ein Jahr.

Nun kann es als Mulchmaterial ausgebracht werden. Wichtig ist, dass ca. 10 cm Abstand zu aufgehender Saat und feinen oder jungen Pflanzen gehalten werden, da das Bokashi-Gras sauer ist. Es kann auch leicht eingearbeitet werden.

Eine einfachere aber nicht so wirkungsvolle Methode ist das Angießen des Rasenschnitts auf dem Beet. Nach dem Mähen wird das Gras als Mulch ausgebracht und mit einer EM-Alb aktiv-Verdünnung (1:1) angegossen. Die Möglichkeit, dass doch faule Nester entstehen ist jedoch gegeben, vor allem bei längerer nasser und kühler Witterung.

Bokashi-Gras als warme Decke für den Winter

Es ist wunderbar dafür geeignet, die abgeräumten Beete im Herbst damit abzudecken. Im Frühjahr wird man dann mit einer lockeren, gut duftenden Erde belohnt. Zum Bepflanzen muss einfach nur der Mulch auf die Seite geschoben werden.

Pflanzen
Mulch

Alle Komponenten, um Bokashi-Gras herzustellen gibt es bei uns im Shop.

Hier geht es zum Video über Bokashi-Gras.

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