Terra Preta Dünger durch Haushaltsbokashi – ist einleuchtend aber Zero Waste Kitchen durch Haushaltsbokashi? Das ist natürlich etwas an der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs „Zero Waste Kitchen“ vorbei. Dennoch passt er, auf etwas anderes Weise, perfekt.

Wegschmeißen war gestern

Haushalte, die mit Haushaltsbokashi arbeiten, schmeißen nämlich keine Küchenabfälle mehr weg. Sie brauchen keine Biotonne und auch der Restmüll muss nicht mit Essensresten belastet werden. Selbst Zitronenschalen, Bananenschalen, Gekochtes, Fleisch- und Fischreste können nach diesem Prinzip zu hochwertigem Terra Preta Dünger für den eigenen Garten umgewandelt werden. Und das innerhalb von wenigen Wochen.

Optimales Pflanzenwachstum durch Fermantation

Organische Abfälle werden in einem sogenannten Bokashi-Eimer gegeben, mit EM-Humusstreu bedeckt und unter Ausschluss von Sauerstoff fermentiert. Wertvolle Nährstoffe, wie zum Beispiel Stickstoff und Nitrat werden gebunden. Sie gehen nicht in Form von Wärme verloren. Zusätzlich entstehen bei dieser Art der Fermentation wertvolle Vitamine, Enzyme und bioaktive Substanzen, die später im Garten das Wachstum der Pflanzen optimal unterstützen.

Auch Sauerkraut entsteht auf diese Art und Weise und auch hier hat das Endprodukt deutlich mehr Vitalstoffe als der Kohl als Ausgangsprodukt.

Woher kommt Bokashi?

Das Wort Bokashi kommt vom japanischen Verb „bokasu“. Das bedeutet soviel wie „abstufen“ im Sinne von „gradueller Umwandlung“ (Umwandlung von Abfall in etwas Nützliches).

Terra Preta Dünger durch Haushaltsbokashi – Kreislaufwirtschaft mit großem Nutzen

Die Natur kennt eigentlich keinen Abfall. Es ist alles in einen Kreislauf eingebunden. Jeder Abfall muss letztendlich irgendwann vom Boden aufgenommen und verdaut werden und dient als Nährstoffquelle für die Pflanzen. Dabei können wir der Mikrobiologie im Boden helfen, indem wir unsere Abfälle aufbereiten, damit der Boden sie bestens verdauen kann. Die Herstellung von Haushaltsbokashi ist hierfür perfekt geeignet. Nicht nur, dass der Boden das Bokashi in Windeseile aufnehmen kann, es ist zusätzlich ein effektiver Super-Dünger für die Pflanzen. Sie wachsen besser als auf anders gedüngten Flächen, wovon sich jeder zu Hause selbst überzeugen kann.

Terra Preta Dünger durch Haushaltsbokashi – Herstellung

Benötigt wird ein Kübel (bestens geeignet ist unser Bokashi-Eimer) der luftdicht verschlossen werden kann. Außerdem sollte er ein Sieb als Zwischenboden enthalten. Dadurch kann die Flüssigkeit ablaufen, die im unteren Teil des Eimers gesammelt wird. Durch einen Zapfhahn wird sie einmal pro Woche entnommen. Dieser Sickersaft, genannt Bokashi-Saft, ist in verdünnter Form ein effektiver Flüssigdünger. Er kann auch als Rohrreiniger verwendet werden, indem man ihn unverdünnt in den Ausguss gießt.

Die richtige Befüllung des Bokashieimers

Die anfallenden Küchenabfälle über den Tag hinweg in einer Schüssel oder einem (Kompost-) Eimer sammeln. Dabei sollte man darauf achten, sie etwas zu zerkleinern.

Ist das Gefäß voll, gibt es man es in den Bokashieimer. Dann einige Schäufelchen Humusstreu darüber geben. Danach gut verdichten und bis zur nächsten Befüllung verschließen. So entsteht ein Schichtsalat aus organischem Material und Humusstreu. Das ist maßgeblich daran beteiligt, die Fermentation in Gang zu bringen und sicher zu lenken.

 

Die vier effektiven Komponenten der Humusstreu:

Effektive Mikroorganismen wirken den abbauenden Prozessen und der Fäulnis entgegen und verhelfen zu einer schnellen, effektiven und zuverlässigen Umsetzung des organischen Materials.

Pflanzenkohle bindet Nährstoffe aus Küchenabfällen und verhilft zu einer schnellen geruchslosen Fermentation. Sie fördert einen schnellen Humusaufbau und versorgt die Pflanzen im Garten ideal mit Nährstoffen.

Urgesteinsmehl versorgt den Boden mit wertvollen Mineralien. Außerdem hemmt es die Ausbreitung von Pilzkrankheiten, wie Rost, Mehltau, usw.

Keramikpulver steigert und unterstützt die Aktivität der Mikroorganismen. Es wird mehr organisches Material umgesetzt und die Fermentation wird noch sicherer gelenkt.

Standort des Bokashieimers

Bei uns steht er in der Küche. Die Fermentation läuft bei gleichbleibender Zimmertemperatur am besten ab. Es geht aber auch der Flur, die Garage oder die Terrasse. Dazu muss man wissen, dass die Mikroorganismen am besten bei einer Temperatur zwischen 25 und 30 °C arbeiten. Dieses Optimum ist aber nicht unbedingt nötig. Ist es kälter dauert es länger, bei Frost stellen die Mikroben ihre Arbeit ganz ein und auch bei zu großer Hitze ist nicht mehr viel los. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Ist die Temperatur passend, wandeln die Mikroorganismen den Abfall. Dabei produzieren sie Milchsäure, Vitamine, Enzyme und bioaktive Substanzen.

Dauer der Fermentation

Ist der Bokahieimer voll bis oben hin, stellt man ihn für zwei bis drei Wochen (ist es kälter, dauert es länger) auf die Seite. In dieser Zeit fermentriert er durch.

In der Zwischenzeit befüllt man den zweiten Eimer des Sets mit neuen Küchenabfällen. Dass es fertig ist, merkt man am Nachlassen des Bokashisafts. Der Geruch ist jetzt fein säuerlich bis angenehm würzig. Auf der Oberfläche kann ein weißer Belag zu sehen sein. Der Inhalt sieht nicht viel anders aus als bei der Befüllung des Eimers, das heißt innerhalb der Reifezeit im Eimer findet keine Zersetzung statt, wie man es vom Kompostieren kennt. Die ersichtlichen Strukturen der Küchenabfälle bleiben so gut wie unverändert erhalten. Jedoch wird das organische Material durch die Fermentation so sehr mit Vitalstoffen durchsetzt, dass es nicht faulen oder unangenehm riechen kann. Es ist zudem vorverdaut und wird unglaublich schnell vom Bodenlebewesen aufgenommen. Würmer lieben Bokashi! Selbst Schalen von Zitrusfrüchten und Bananenschalen sind in der Erde innerhalb weniger Wochen verstoffwechselt.

Was darf alles in den Bokashieimer?

Alles was in Ihrer Küche an Abfällen anfällt, kann in dem Eimer fermentiert werden. Das heißt alle gekochten Speisen, Milchprodukte, Kaffeesatz, Teebeutel, Brot, Gemüse- und Obstreste und kleine Mengen an Fleischabfällen. Harte Kerne und Knochen werden vom Bodenlebewesen nicht sehr gut verstoffwechselt und auch von verschimmelten Dingen sollte man Abstand nehmen.

Gespritztes Obst und Gemüse kann auch in den Eimer gegeben werden. Die Effektiven Mikroorganismen in der Humusstreu sind dazu in der Lage, die chemischen Stoffe abzubauen. Hierfür benötigt das Bokashi genügend Reifezeit.

Verwendung des Haushaltsbokashis

Bokashi kann man überall im Garten gebrauchen. Die extra Portion Nährstoffe kommt jeder Pflanze zu Gute, Humus bildet sich schnell und man erhält einen super Boden.

Einarbeiten in das Beet:

0,3-0,6 kg Bokashi pro Laufmeter in eine bis zu 20 cm tiefe Furche füllen und mit Erde bedecken. Mit verdünntem EM-Alb aktiv (50 ml auf 10 L Wasser) stark wässern, um die Zersetzung zu fördern. Ca. 2 Wochen bis zum Pflanzen oder Säen warten. In dieser Zeit wird der Säuregehalt des Bokashis abgebaut. In abgeräumten Beeten kann es alternativ auch flächendeckend eingearbeitet werden. Dabei wird mit ca. 1 kg Bokashi pro m² gerechnet. Nach der Einarbeitung im Frühling ca. 2 Wochen mit Bepflanzen warten. Bei Mittel- bis Starkzehrern kann Bokashi an der gleichen Stelle 2-3 Mal pro Saison eingearbeitet werden.

Bokashi in Tontöpfen

Damit kann man ganz einfach Nährstoffe in wachsende Bestände bringen, ohne viel Erdbewegung vorzunehmen. Etwas Erde in die Tontöpfe geben, Bokashi einfüllen und festdrücken. Dann den Tontopf mit der offenen Seite nach unten auf die Erde neben die Pflanze stellen. Innerhalb von 6-8 Wochen wird das Bokashi vererdet, während es die bestehende Kultur düngt. Diese Methode ist auch während der Wintermonate anwendbar.

Küchenbokashi als Dünger für Blumenkästen und -töpfe

Zuerst 1/3 des Behälters mit Erde füllen, dann 1/3 Küchenbokashi beigeben und schließlich mit Erde auffüllen. Mit einer EM-Alb aktiv Verdünnung von 100 ml auf 1 L Wasser angießen. Nach Ablauf von mind. 2 Wochen bepflanzen.

Baumsanierung mit Bokashi Depots

Durch das Eingraben von Bokashi im Kronenbereich werden dem Baum oder Strauch wieder lebensnotwendige Nährstoffe zugeführt. Er regeneriert sich. Die natürlichen Abwehrkräfte werden mobilisiert. Schadinsekten und Krankheiten verringern sich. Im Kronenbereich wird alle 50 cm ein Loch (20 cm tief) gegraben und mit 500 g Bokashi befüllt. Nach Verschließen der Löcher mit einer Lösung aus 100 ml EM-Alb aktiv und 10 Liter Wasser gut angießen.

Bokashi-Saft

Über den Auslaufhahn wird nach einigen Tagen Bokashi-Saft abgelassen. Ihn verwendet man verdünnt zum Gießen (30-50 ml /10 L Wasser). Er ist wie ein Flüssig-Dünger einzuordnen und ergänzt die Pflanzenernährung. Besonders kränkelnde Pflanzen profitieren durch Bokashi und Bokashi-Saft. Regelmäßig gegossen blühen z.B. Balkonblumen noch üppiger. Sparsam bei Neupflanzungen. Etwas konzentrierter können dickblättrige Pflanzen, wie Buchs, Rosen, und Obstbäume gegossen werden.

Bokashi zu Erde verwandeln

Das Bokashi im Verhältnis 1:3 mit Erde mischen und auf dem Mutterboden einige Wochen bis Monate vererden lassen (am besten regengeschützt).

Verwendung von Haushaltsbokashi im Winter

Bokashi in Plastiksäcke füllen: Zuvor Flüssigkeit ablassen, sodass das Bokashi den Winter über konserviert bleibt und im Frühling eingesetzt werden kann. Gut festdrücken und luftdicht verschließen.

Den Komposthaufen damit impfen: Entweder schichtweise Organik und Bokashi auf den Kompost füllen. Oder ein Loch in den Kompost graben, das Bokashi einfüllen und anschließend mit Organik abdecken. Auch das ganze Jahr über möglich.

Fazit

Die eigenen Küchenabfälle zu wertvollem Terra Preta Dünger zu verwandeln, ist die einfachste und kostengünstigste Art, den kleinen Kreislauf zwischen Haus und Garten zu schließen. Durch die regelmäßige Ausbringung des Haushalstbokashis ins Beet, werden Ihre Pflanzen genau im richtigen Verhältnis mit Nährstoffen und Wasser über die komplette Vegetationsperiode hinweg versorgt. Die Pflanzen wachsen üppig und bringen eine sehr gute Ernte hervor. Abfälle in etwas Wertvolles und Nützliches zu verwandeln macht Freude und gibt uns ein gutes Gefühl.

Vorteile von Bokashi für Ihren Garten auf einen Blick:

    • Tiefgründiger und lockerer Boden
    • Versorgung des Bodens mit wertvollen Mineralien
    • Nahrung für das Bodenlebewesen
    • Würmer lieben Bokashi und vermehren sich stark
    • Schnelle und stabile Humusbildung
    • Gesunder und üppiger Pflanzenwuchs
    • Schadinsekten und Krankheiten verringern sich

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